Health

Von der Organspende bis zur Transplantation

on
Februar 5, 2020

Organspende, Widerspruchslösung, Transplantation. Diese Themen sind aktuell sehr relevant und mir schon immer sehr wichtig gewesen. Vor etwa zwei Wochen hat sich das Parlament in Deutschland gegen die Widerspruchslösung entschieden.

In diesem Artikel stelle ich nicht nur meine eigene Meinung dazu da, sondern möchte auch viele Informationen rund um genau dieses Thema geben. Denn ich bin der Meinung, dass das Thema Organspende leider zu wenig diskutiert wird und an vielen Stellen die Aufklärung fehlt.

Disclaimer:
Da mir dieses Thema sehr am Herzen liegt, habe ich viel Recherche betrieben. Ich habe mich vor allem auf Lerninhalte des Medizinstudiums, Gespräche mit Menschen, die auf der Transplantationsliste stehen (oder standen), auf eigene Erfahrungen und auf die unten angegebenen Quellen berufen.

Die Quellen unten sind eine Angabe einfach zur Vervollständigung. Die Links führen zu Seiten, für dessen Inhalt ich nicht verantwortlich bin. Die Links sind keine Affiliate-Links. Ich werde nicht dafür bezahlt, diese zu posten.

Anlass zu diesem Blogbeitrag

Vor etwa zwei Wochen hat sich gegen die Widerspruchslösung beim Thema Organspende entschieden.
Nach der Widerspruchslösung wäre automatisch jeder Bürger Organspender, außer man würde sich aktiv dagegen entscheiden. Stattdessen gilt ab nun die Entscheidungslösung. Dabei werden die Bürger von nun an bei Behördengängen und Arztbesuchen regelmäßig auf das Thema Organspende angesprochen und dafür sensibilisiert. Dann soll man sich selbst entscheiden und diese Entscheidung wird in ein Register eingetragen, welche man jedoch immer wieder ändern kann.

Seither war ich bei zwei Arztbesuchen
und vier Behörden und ich wurde
nirgends darauf angesprochen.

Bisher spielt die Situation ein bisschen darauf ab, dass man sich erst mit dem Thema Organspende auseinandersetzt, wenn man damit in Berührung kommt, wenn man die Zeit dazu hat oder irgendwann mal den Kopf dafür hat.

Es scheint zwar so, als sei es ein bisschen übergreifend pauschal alle Menschen durch die Widerspruchslösung als Organspender zu deklarieren. Doch die Entscheidungsfreiheit wäre dennoch immer noch gegeben, da man sich ja aktiv dagegen entscheiden kann. Dies fordert den Menschen zwar dazu auf, sich aktiv und eigen-initiativ mit dem Thema zu beschäftigen, jedoch denke ich, dass wenn man sich mit dem Thema wirklich beschäftigt, viele Fragen geklärt und dadurch auch viele Zweifel beseitigt werden können.

Diese Aufklärung möchte ich hiermit mit bestem Wissen und Gewissen machen, ohne Anspruch auf Vollständigkeit.
Somit stelle ich hier gebündelt Informationen zur Aufklärung zusammen und teile meine persönliche Meinung.

Auch wenn ich versuche immer richtig zu gendern, ist dies bei einem so komplexen Thema schwierig und vielleicht auch „anstrengend“ immer Spender/in oder Transplantationsempfänger/in zu lesen. Daher bitte ich Euch, nachsichtig zu sein und im Hinterkopf zu behalten, dass ich immer die weibliche, die männliche und alle Formen dazwischen meine.

1.) Welche Arten der Organspende gibt es?

Es gibt verschiedene Arten der Organspende, wobei die Spende nach dem Tod, wahrscheinlich die bekannteste ist. Genau auf die gehe ich auch später ganz genau ein. Zunächst einmal gibt es diese drei Arten der Organspende:

  1. Gewebespende
  2. Lebendspende
  3. Postmortale Organspende (nach dem Tod)

1.1) Gewebespende

Gewebe sind grundsätzlich schwächer durchblutet als Organe und so ist ihre Spende auch bis zu 72 Stunden nach den Stillstand des Herz-Kreislauf-Systems möglich.

Folgende Gewebearten können gespendet werden: Augenhornhaut, Amnion (Teil der Plazenta), Haut, Knochen, Sehnen, Bindegewebe, Herzklappen und Blutgefäße

1.2) Lebendspende

Jedes Organ hat eine besondere Funktion im Körper. Allerdings kann man auch mit nur einer Niere und nur einem Teil seiner Leber gut leben. Bei der Lebendspende wird also ein Organ oder ein Organteil von einem lebenden Menschen auf den Patienten übertragen.

Dabei werden wird der Spender psychologisch und medizinisch betreut, um seine Freiwilligkeit der Spende zu überprüfen und die Qualität des jeweiligen Organs/Organteils.

Die Organspende bei einer Lebendspende führt normalerweise nicht zu gesundheitlichen Einschränkungen des Spenders, dennoch ist diese Operation mit Risiken verbunden.

Vorraussetzungen des Spenders:
Der Spender muss volljährig sein, dem Organempfänger nahe steht (Verwandtschaft, Lebenspartner/in, Freundschaft etc.) und zur Spende eigenständig eingewilligt haben. Der Spender muss möglichst gesund sein und für eine Organentnahme geeignet sein. Dies bedeutet, dass er nicht über die Operationsrisiken hinaus gefährdet werden darf. Durch diese Risiken geht man normalerweise nur eine Lebendspende ein, wenn kein postmortal gespendetes Organ zur Verfügung steht.

Er wird über die Entnahme aufgeklärt.
Eine Lebendorganspende erfolgt nur dann, wenn die Lebendspendenkommission ein entsprechendes Gutachten über den Spender ausstellt, also ob dieser die Kriterien erfüllt, freiwillig zugestimmt hat und nicht aus finanziellen Gründen spenden will.

Vorteile einer Lebendspende gegenüber einer postmortalen Organspende:

  • Zeitpunkt der Operation kann so gewählt werden, dass die Erfolgschancen der Transplantation hoch sind
  • Der Spender muss gesund sein; die Organe haben daher eine sehr gute Qualität
  • Die Operation findet im selben Krankenhaus statt, so ist die Zeit, in der das Organ nicht durchblutet wird sehr kurz. Die Chancen, dass das Organ so durch Sauerstoffmangel geschädigt wird, ist klein
  • Blutgruppe, Gewebetyp, Größe und Gewicht
  • erwartete Erfolg nach der Transplantation, die durch Experten festgelegte Dringlichkeit, die Wartezeit und die nationale Organaustauschbilanz.

1.3) Postmortale Organspende

Die Postmortale Organspende, also die Organspende nach dem Tod, ist wahrscheinlich damit gemeint, wenn man umgangssprachlich vom Thema „Organspende“ redet. Man kommt dafür nur infrage, wenn der potentielle Spender vor seinem Tod einer Organspende zugestimmt hat und hirntot ist. Ist die Entscheidung des Menschen nicht bekannt, müssen die Angehörigen, diese Entscheidung treffen. Da ich denke, dass gerade für diese Art der Organspende mehr aufgeklärt werden muss, gehe ich darauf jetzt im Detail ein.

2.) Voraussetzungen eines Spenders für eine postmortale Organspende

Zunächst muss der Hirntod des Menschen bestätigt werden. Dann muss nicht nur geklärt werden, ob und in wie fern der potentielle Spender der Organspende vor dem Tod zugestimmt hat, sondern auch wie gut der Zustand dieser Person und seiner Organe ist. Daher gibt es kein Höchstalter für Organspender. Es kommt hier vor allem auf die Qualität an: sie sollen funktionsfähig und gesund sein. Und so ist die Spende immer von Organ zu Organ abhängig. Nur wenige Erkrankungen (z.B. bestimmte Infektionskrankheiten oder akute Krebserkrankungen) schließen grundsätzlich eine Spende aus.

Daher wird der Spender immer genau untersucht und erst dann wird über die Möglichkeit einer Spende entschieden.

2.1) Was genau ist der Hirntod?

Der Hirntot wird ausgelöst durch eine schwere und irreversible (unumkehrbare, nicht rückgängig zu machende) Hirnschädigung, zum Beispiel durch eine Hirnblutung, ein Hirntumor, durch einen Unfall oder Schlaganfall. Das gesamte Gehirn (Großhirn, Kleinhirn, Hirnstamm) fällt aus.

Nun beginnt ein kleines Zeitfenster, in dem es möglich ist, das Herz-Kreislauf-System der/des Verstorbenen mithilfe von intensivmedizinischen Maßnahmen künstlich aufrecht zu erhalten.

Das Ziel dabei ist es, lebenswichtige Organe so weiterhin zu durchbluten, bis sie transplantiert werden können.
Bei dem Hirntod bleibt die Anatomie der Organe und des Herz-Kreislauf-Systems intakt, was dazu führt, dass nur jemand, der hirntot ist auch als Organspender in Frage kommt. Fällt also die Funktion des Hirns aus, bedeutet dies, dass als Folge das Herz aufhört zu schlagen und dadurch der Körper nicht mehr weiter mit Sauerstoff versorgt wird. Dies führt dazu, dass die Organe versagen. Medizinische Maßnahmen „ersetzen“ bei der Vorbereitung auf eine Organspende die Funktion des Gehirns, die Organe am Leben zu halten. Die eigenständigen Funktionen des Gehirns selbst (Motorik, Sprache, Denken, Schmerzen, Fühlen, Atmen etc.) kann nicht ersetzt oder wieder hergestellt werden. So ist der/die Patient/in hirntot

Beim Hirntod fällt auch der Hirnstamm aus. Dort liegen viele wichtige Nervenbahnen, die zu Reflexen führen.

Der Hirntod muss durch zwei Ärzte unabhängig voneinander diagnostiziert werden.
Dabei muss folgendes geklärt werden:

  1. Ist wirklich das Gehirn geschädigt, oder gibt es eine andere Ursache für diese Bewusstlosigkeit? (Intoxikation, Alkohol, Koma, Medikamente etc.)
  2. Fehlen die Hirnstammreflexe?
  3. Ist ein Atemstillstand (Ausfall des Selbstständigen Atmens) eingetreten?
  4. Fehlt die Hirnaktivität? Ausfall der Hirnströme erkennbar im EEG (Elektroencephalogramm)
  5. Es besteht nicht die geringste Chance auf eine Wiederherstellung der Hirnfunktionen

Nur wenn all diese Kriterien erfüllt sind, zählt der Patient wirklich als hirntot.

Abhängig vom Alter des potentiellen Organspenders, müssen diese Untersuchungen in einem gewissen Zeitabstand über einen bestimmten Zeitraum hinweg durchgeführt werden. Bei erwachsenen Menschen: zweimal im Abstand von mindestens 12 Stunden. Bei jüngeren Kindern länger. Alle Untersuchungen und Wartezeiten sind rechtlich genau geregelt.

Alle Ergebnisse werden immerzu protokolliert. Angehörige können diese Protokolle einsehen oder bei den Untersuchungen dabei sein.

Dies bedeutet also, dass jemand
nur zu einem Organspender
wird, wenn dieser hirntot ist.


Und genau da liegt das Problem: die Wahrscheinlichkeit einen Hirntod zu erleiden ist gar nicht mal so groß im Vergleich zu vielen anderen Todesursachen. Selbst wenn also jeder Mensch automatisch als Organspender eingetragen wäre, würde nicht jeder spenden. Da nun so wenige Menschen jedoch Organspender sind und davon auch nicht jeder spenden wird (da nicht jeder davon einen Hirntod erleidet), ist die Anzahl der überhaupt verfügbaren Organe umso geringer.

2.3) Wie genau läuft jetzt eine Organspende ab?

Kurze Zusammenfassung vorab: Eine Organspende kann nur dann erfolgen, wenn rechtliche und medizinische Voraussetzungen erfüllt sind.

  1. Hirntod (unumkehrbarer Ausfall der gesamten Hirnfunktionen)
  2. Zustimmung des Patienten zur Organspende
  3. Prüfung der Qualität der zu spendenden Organe
  4. Prüfung, ob der Spendenempfänger stabil genug für die Transplantation ist

Die Spenderorgane werden bei der Entnahme genauesten untersucht. Außerdem werden Gewebemerkmale und die Blutgruppe bestimmt.
Das zu erwartende Ergebnis nach der Transplantation wird unter anderem anhand der individuellen Merkmale von Spender und Empfänger vorhergesagt:

  • Generelle Voraussetzungen: Blutgruppe, Alter des Spenders, Virologie-Status (Infektionen, Impfungen, Resistenzen etc.), Antikörper- und Immunstatus, Größe des Organs im Vergleich zur Körpergröße des Empfängers
  • darüberhinaus: Organspezifische Kriterien -> Individuelle Parameter des jeweiligen zu transplantierenden Organs

Eine Organentnahme wird unter den selben Bedingungen durchgeführt wie jede andere Operation.
Nach der Organentnahme wird das Organ in das Krankenhaus des Organempfängers gebracht und ihm dann dort eingesetzt.

3.) Transplantation und Organempfänger

Oft reden wir nur über den Organspender, aber damit eine Organtransplantation auch zustande kommen kann, braucht es einen zweiten Part: den Spendenempfänger.
Jemand, der aus welchem Grund auch immer nun auf der Transplantationsliste steht und wartet. Und warten klingt erstmal halb so wild, bis man versteht was wirklich dahinter steckt.

Wir reden nämlich nicht vom Warten von ein, zwei Wochen oder Monaten, sondern von bis zu ein, zwei Jahren. Je nach Organ sind die Regeln für jemanden, der auf ein Organ wartet sehr streng. Für manche wird dauerhafter zusätzlicher Sauerstoff, Dialyse oder gar ein Kunstherz zu einer lebensnotwendigen Maßnahme. Manchmal darf der Patient nicht mal die Krankenhausstation verlassen oder kann es nicht einmal.

Außerdem muss bei der Listung der „richtige“ Moment abgepasst werden: Dem Patienten muss es so schlecht gehen, dass eine Transplantation die einzige lebensverlängernde Maßnahme darstellt und es muss dem Patienten so schlecht gehen, dass dieser relativ weit oben auf der Transplantationsliste gelistet wird, um möglichst schnell ein Organ zu bekommen. Allerdings muss es dem Patienten auch so gut gehen und der Körper muss noch so stark sein, dass die Chancen gut stehen, dass eine Organtransplantation erfolgreich sein könnte.

Es ist also ein Spiel auf kleinem Raum zwischen
„mir geht es gut genug, um die OP zu überleben“ und
„mir geht es schlecht genug, dass ich nur durch
eine Transplantation überlebe.“

Gerade wenn man sich den postoperativen Verlauf nach Lungen- und Herztransplantationen anschaut, sind all die Hürden so imenz, dass ich eine derartige Transplantation als unfassbar großen Schritt sehe. Schließlich lassen sich die Patienten nicht nur auf Komplikationen, Narkose, Immunsupressiva und die OP selbst ein. Meistens treffen sie auch folgende Entscheidungen: Ist es mir all das wert, wenn die Transplantation nicht klappt und ich dann ohne vielleicht noch ein, zwei Jahre länger gelebt hätte? Ist es mir das wert, wenn ich weiß, dass eine Organtransplantation nicht zwangsläufig auch eine Heilung ist, sondern die Chancen groß sind, dass ich entweder das Organ abstoße oder auch bei einem guten Verlauf, ich ein neues nach 5 bis 15 Jahren brauche.

Viele dieser Probleme und Sorgen wären nicht so gravierend, wenn grundsätzlich mehr Organe zur Verfügung stehen würden, wenn es genügend Spender gäbe.

Knapp 10.000 Menschen in Deutschland stehen auf der Warteliste für ein Spenderorgan. Dabei gab es nur 955 Organspender*innen im Jahr 2018. Das sind durchschnittlich 11,5 Menschen je 1 Mio. Einwohner. Das ist nicht nur wenig, sondern genauer gesagt so wenig, dass etwa 3 Menschen pro Tag sterben, weil sie nicht rechtzeitig ein Organ bekommen haben. 2018 waren es in Deutschland allein 501 Menschen. Im selben Jahr wurden 5.000 Menschen neu gelistet.

All diese Menschen warten auf ein passendes Organ. Die meisten auf eine Niere, aber einige auch auf kombinierte Transplantationen mehrerer Organe.

Auch der Organempfänger untersteht strengen Kontrollen und Regeln:

  • Es müssen regelmäßige Überprüfung (Kontrolluntersuchungen) geben, ob der Status einer erforderlichen Transplantation gegeben ist. Diese verläuft meistens ambulant. Je nach zu transplantierendem Organ und schwere der Erkrankung, müssen die Patienten ggf. seit Beginn der Listung im Krankenhaus bleiben
  • Der Patient muss sich sofort beim Transplantationszentrum melden, sobald eine temporäre Hinderung für die Transplantation gegeben ist.
  • Der Patient sollte immer über seinen Status auf der Warteliste („transplantabel“/„derzeit nicht transplantabel“) informiert sein.
  • Ein Patient, mit dem Status transperabel muss Tag und Nacht über Telefon erreichbar sein. Ist er nicht erreichbar, verpasst er vielleicht den entscheidenen Anruf und die Chance auf ein neues Leben.

Wie komme ich nun an einen Organspendeausweis?

Nun stellt sich die Frage, woher man einen Organspendeausweis bekommt. Diese sind erhältlich bei Apotheken, Hausärzten, in Krankenhäusern und bei Krankenkassen.
Man kann auch telefonisch einen bestellen: 0800 – 90 40 400 (Kostenlose Hotline der BZgA und DSO)

Oder per Mail z.B. bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) unter order@bzga.de

Auf dem Organspendeausweis kann man nicht nur angeben, ob man seine Organe spenden möchte (ja/nein), sondern auch welche Organe man nur spenden möchte, oder welche genau nicht.

Mein persönliches Fazit

Deutschland ist mit 7 weiteren Ländern Mitglied von Eurotransplant, einer Stiftung, die für die Zuteilung von Organen zwischen diesen Mitgliedsländern verantwortlich sind. Dabei gehören zu den Mitgliedsländern auch solche, in denen die Widerspruchslösung längst gilt. Im Einzugsgebiet von Eurotransplant leben somit etwa 137 Mio. Menschen. Aktuell stehen etwa 14.000 Menschen bei Eurotransplant auf der Warteliste und da die Anzahl der potentiellen Spender so groß ist, ist die Chance größer, den richtigen Spender zu finden.

Meiner Meinung nach ist es großartig, dass die Länder untereinander kooperieren. Was ich jedoch nicht verstehe – um es freundlich auszudrücken – ist, wie es sein kann, dass ein Land wie Deutschland die ganze Zeit Organe aus Ländern bezieht, wo die Widerspruchslösung gilt, ohne selbst die Widerspruchlösung geltend zu haben.

Würde die Widerspruchslösung in Deutschland etabliert worden sein, würden mehr Organe ist Deutschland zur Transplantation zur Verfügung stehen. Und dann könne man auch national mehr Menschen die Chance auf ein neues Leben geben. Dadurch würde es viele Vorteile geben, wie Reduktion der potentiellen Organschäden, da die Transportwege viel kürzer wären. Natürlich brauchen wir so solidarische Lösungen wie Eurotransplant. Gerade wenn jemand eine seltene Blutgruppe etc. hat. Dennoch wäre es nicht verkehrt, das Einzugsgebiet noch größer zu machen, indem in Deutschland mehr Leute potentielle Spender werden.

Ich möchte aufklären, sensibilisieren und auf das Thema Organspende aufmerksam machen. Niemand weiß wann oder ob er jemals in die Lage kommen wird, Organspender sein zu können.

Daher möchte ich mit diesem Beitrag niemandem eine bestimmte Meinung aufzwingen, sondern andere dazu anregen, sich erst einmal überhaupt mit dem Thema zu beschäftigen. Ich bin der Meinung, dass nur wenn wir uns gut über ein Thema informieren, können wir überhaupt eine fundierte Entscheidung treffen. Wie bereits beschrieben, kann man seine Meinung zu dem Thema und auf dem Organspendeausweis jederzeit ändern. Selbst mit der Widerspruchslösung.

Aber vielleicht sollten wir uns mit dem Thema beschäftigen, denn oft ändert sich nur etwas, wenn es unbequem ist. Und eine (vorläufige) Entscheidung kann in diesem Fall nicht früh genug sein.

_________________________

Quellen:

TAGS
RELATED POSTS

LEAVE A COMMENT

Sabrina
Münster, DE

Ich bin Sabrina und lebe mit einem halben Herzen. Das Leben mit einer chronischen Erkrankung kann ziemlich herausfordernd sein. Daher teile ich hier meine Erfahrungen, das was mir das Leben beibringt und Momente voller echter emotionen, Liebe und Verletzlichkeit. Damit möchte ich andere Menschen mit und ohne chronischen Erkrankungen ermutigen ein Leben zu leben, das man liebt. Ich bin Studentin, Bloggerin und Public Speaker.